Tansania trauert um seinen Präsidenten

Gestern wurde offiziell der Tod des tansanischen Präsidenten Dr. John Pombe Joseph Magufuli bekanntgegeben. Wir trauern mit seiner Familie und der ganzen Nation und drücken unser tiefes Beileid und Mitgefühl aus.
 
Präsident Magufuli war seit 2015 im Amt und bewährte sich in den ersten Jahren als Hoffnungsträger für viele Menschen im Land. Magufuli studierte zunächst Lehramt, ehe er Chemiker wurde und in dem Fach promovierte. Danach fand er seinen Weg in die Politik. Er bekämpfte aktiv die Korruption und gab vielen Infrastrukturprojekten neuen Schub. Er forderte seine Landsleute zu mehr Eigeninitiative, Mut und Tatkraft auf und versuchte die ausufernde Verwaltung des Landes zu reformieren.
 
Zunehmend wurde seine Politik aber umstrittener. Kritik an seinem Kurs ließ Magufuli nicht zu. Wegen seines harten Umgangs mit allen Widersachern wurde er schließlich „der Bulldozer“ genannt. Viele Oppositionspolitiker und Journalisten wurden in den vergangenen Jahren verhaftet. Im Jahr 2020 wurde Magufuli in einer von Betrugsvorwürfen überschatteten Wahl im Amt bestätigt.
 
Spätestens seit der weltweiten Corona-Krise begann sein politischer Stern zu sinken. Tansania veröffentlichte seit Mai vergangenen Jahres keine Zahlen zu Corona-Infektionen und Todesfällen mehr. Der Präsident spielte die Gefahren einer Erkrankung immer wieder herunter. „Habt keine Angst und lasst euch vom Coronavirus nicht einschüchtern“, sagte er. „Lasst uns weiterarbeiten. Gott ist mit uns. Er wird uns retten.“ Er verweigerte bis zuletzt die Teilnahme am WHO-Impfprogram gegen Corona. So hat Tansania bis heute, im Gegensatz zu vielen seiner Nachbarländer, noch keine einzige Dosis Impfstoff bestellt oder erhalten.
 
Erst nachdem eine Reihe hochrangiger Regierungsmitglieder in den letzten Wochen verstarben und die Krankenhäuser im Land sich zu füllen begannen, gab er vorsichte Warnungen an die Bevölkerung aus. Oppositionspolitiker, eigene Parteimitglieder und selbst die Kirchen im Land kritisierten ihn zuletzt offen und baten die Menschen im Land sich besser zu schützen.
 
Sein Tod wurde zunächst offiziell mit Herzversagen begründet. Der Präsident war zuvor bereits drei Wochen nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetreten. Von staatlicher Seite war in der Zeit aber betont worden es gehe ihm gut. Die Wahrscheinlichkeit dass sein Tod auf eine Covid-19 Infektion zurückzuführen ist muss mit hoch bewertet werden, da er mit allen zuvor erkrankten und verstorbenen Regierungsmitgliedern in engem Kontakt stand.
 
Nach seinem Tod wird der Verfassung zufolge nun Vizepräsidentin Samia Suluhu Hassan die Regierung übernehmen. Sie kündigte eine vierzehntägige Staatstrauer an. Der Termin für die Beerdigung soll noch bekannt gegeben werden. Möglicherweise wird es nach einer Übergangszeit von 90 Tagen zu Neuwahlen im Land kommen.

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Hilfe die ankommt!

Wir freuen uns mit den Dorfbewohnern von Toloha und Ndea/Karamba (Maasai), dass wir mit unserer Lebensmittel-Hilfe Unterstützung in der schwierigen Situation leisten können. Die kleine Dia-Show und die Videos darunter zeigen, wie die Säcke mit Mais verteilt wurden und mit welcher Dankbarkeit und Freude die Menschen reagieren:





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Elefanten und Heuschrecken! Helfen Sie den Menschen in Toloha, Tansania!

Ein riesiger Heuschrecken-Schwarm über den Feldern von Toloha

Mit der Bedrohung durch Elefanten mussten die Bewohner von Toloha schon immer leben. Sobald die Farmer ihre Felder bestellt haben und die Saat aufgeht, werden die mächtigen Tiere von dem „Futter“ angelockt. Denn das Dorf Toloha liegt auf ihrem Migrationsweg zwischen den beiden Nationalparks Mkomazi und Tsavo West (Kenia), in der Region Kilimanjaro im Nordosten Tansanias. Seit es in Toloha eine gute Wasserversorgung gibt, werden die intelligenten Tiere verstärkt angezogen. Zusätzlich zu den Feldfrüchten riechen sie auch das Wasser! Bei dem Versuch die Elefanten von ihren Feldern und den Wasserstellen zu vertreiben kommt es leider immer wieder zu ernsthaften Zwischenfällen bis hin zu Todesfällen. Den Mensch-Wildtier Konflikt zu managen bleibt eine Daueraufgabe (HWC Human-wildlife conflict/HEC Human-elephant conflict)*¹.

Elefanten in Toloha

Die Bilder verdeutlichen wie Elefanten-Populationen in ganzen Familienverbänden durch besiedeltes Farmland streunen und sich auch an den Wasserstellen bedienen.

Elefanten in Toloha

 

Die Felder wurden von Elefanten zertrampelt und zerwühlt

Diese Felder wurden von Elefanten zertrampelt und zerwühlt

 

Deutlich sichtbare Spuren: von Elefanten zertrampelt und zerwühlt

Deutlich sichtbare Spuren: von Elefanten zertrampelt und zerwühlt

 

Im Februar diesen Jahres kam noch ein weiteres, unerwartetes Ereignis hinzu: Große Heuschrecken-Schwärme flogen aus Kenia in das nordöstliche Tansania, so auch nach Toloha, und vernichteten zusätzlich große erntereife landwirtschaftliche Flächen. Zwar sind die Heuschrecken mittlerweile abgezogen, die Regierung hat sie mit Insektiziden aus der Luft bekämpft, aber der angerichtete Schaden ist groß und es konnten längst nicht alle Heuschrecken vernichtet werden.

Heuschrecken-Schwärme in Ostafrika, Quelle: FAO*²

Heuschrecken-Schwärme in Ostafrika, Quelle: FAO*²

Von einer derartigen Heuschrecken-Plage, so berichten die Dorfbewohner, seien sie zuletzt in den 1980er Jahren betroffen gewesen. Familien und Bauern stehen vor einem weiteren großen Problem und sind erneut auf sich allein gestellt!

 
Nach eingehender Analyse der Lage vor Ort haben wir beschlossen schnell zu helfen! Wir haben sofort Mittel freigestellt zur Beschaffung von Nahrungsmitteln.

 

Heuschrecken lassen sich zum Fressen überall nieder

Heuschrecken lassen sich zum Fressen überall nieder

 

Heuschrecken im Anflug auf Toloha

Heuschrecken im Anflug auf Toloha

 

Ein riesiger Heuschrecken-Schwarm über den Feldern von Toloha

Ein riesiger Heuschrecken-Schwarm über den Feldern von Toloha

Eigentlich müssten die Farmer durch staatliche Stellen für ihre Ernteausfälle entschädigt werden. Da das leider nicht geschieht, werden wir den betroffenen Familien in Toloha mit einer Lebensmittel- und Saatguthilfe unter die Arme greifen um die größte Not zu lindern, bis eine neue Ernte reif ist.

 
Die Dorfbewohner baten uns um den Ankauf und die Verteilung von 70 Säcken Mais à 100kg, davon 10 Säcke für die neue Aussaat, sowie zwei Säcke Bohnen. Diese Menge reicht aus um zirka 230 Menschen für etwa zwei Monate zu versorgen (30kg/Person). Mais ist für alle Familien das Grundnahrungsmittel, aus dem vor allem der gängige Maisbrei „Ugali“ gekocht wird. Dazu werden Bohnen und das lokale Gemüse gegessen, selten Eier sowie hin- und wieder Fleisch von selbst geschlachtetem Vieh (Hühnchen, ganz selten von Ziegen oder einem Rind). Die Kosten sind relativ hoch, da diese Menge an Mais auf verschiedenen Märkten in Tansania eingekauft werden muss. Nach jetzigem Stand der lokalen Mais-Preise müssen wir mit Kosten von ca. 2500€ inklusive LKW-Transport nach Toloha und Auslagen für unseren Organisator vor Ort rechnen.

 
Bitte helfen Sie uns mit die Not der Menschen zu lindern! Informieren Sie auch Ihre Verwandten und Freunde. Der Verein freut sich über jede noch so kleine Spende, Kennwort: Nothilfe Toloha oder spenden Sie online gleich hier!
 

 

*1) Tackling routes to coexistence, Human-elephant conflict in sub-Saharan Africa, GIZ, March 2019
*2) Karte veröffentlicht mit Genehmigung der FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations)

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Heuschreckenplage in Toloha!

Heuschreckenplage in Toloha 2021-02-15

Liebe Freundinnen und Freunde von Toloha Partnership,
 
am 15. Februar begannen Heuschreckenschwärme, von Kenia kommend, sich in der Umgebung von Toloha auszubreiten. Sie fressen die Felder, Bäume und alle Pflanzen kahl und sind eine schlimme, ja katastrophale Plage! Die Dorfbewohnern sind dabei schnellstmögliche Schadensbegrenzung und Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Wir berichten weiter sobald die Lage klarer ist und die angerichteten Schäden überschaubar sind. Die Dorfgemeinschaft kann auf unsere Hilfe zählen!
 


Einfliegender Heuschreckenschwarm, 15. Februar 2021

 

Heuschreckenschwarm am Boden, 16. Februar 2021

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Corona kontern! betterplace.org legt 10% drauf.

Corona kontern

„Anzahl der Intensivpatient*innen steigt“ – „Senior*innen besonders von Einsamkeit im Lockdown betroffen“ – „Obdachloseneinrichtungen wegen Corona geschlossen“. Solche und viele andere Meldungen rund um COVID-19 erreichen uns jeden Tag. Viele gemeinnützige Organisationen kämpfen wie wir seit Monaten um genau denen zu helfen, die von der Pandemie und deren Auswirkungen besonders hart getroffen sind. Dazu zählen vor allem die Bereiche: Senioren, Gesundheit und Obdachlosenhilfe.
 
Genau diese möchte die Spendenplattform betterplace.org im Februar besonders unterstützen und lädt dazu ein, mitzumachen. betterplace.org gibt zu jeder Spende 10% dazu! Unser Projekt Ein Kindergarten für das Dorf Toloha in Tansania ist in der Kategorie Gesundheit auch dabei!
 
Die Aktionswoche „Gesundheit“ läuft vom 8. bis 14. Februar.
 
Wie funktioniert es?
 
Die Aktion „Corona kontern“ läuft in den ersten drei Februarwochen. Jedes Thema steht genau eine Woche im Fokus. In dieser verstärkt betterplace.org eingehende Einzelspenden auf Projekte in der jeweiligen Kategorie mit 10 % bis das Budget aufgebraucht ist. Für jede Woche stehen 5.000 Euro Aktionsbudget zur Verfügung:
 
Corona kontern

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